Schwimmbrillentest

12 10 2006
Schon lange Zeit "fast fertig", aber nie ganz zu Ende gebracht: Passend zum Herbst/Winter, wo langsam das Schwimmen wieder mehr an Bedeutung gewinnt, habe ich mir diesmal ein paar Schwimmbrillen vorgenommen.
Abgesehen von einem "Wenigst" Bekleidung, einer Wasserflasche und einem Handtuch, ist die Schwimmbrille sicherlich das wichtigste Ausrüstungsteil des Schwimmers. Da ich die Erfahrung gemacht habe, daß gerade Schwimmeinsteiger und Fitneßschwimmer etwas ratlos vor der Auswahl stehen, kann der Bericht vielleicht ein wenig hilfreich sein.
Einleitend ein kleines Schwimmbrillen-ABC:

klassische "Schwedenbrille" oder "Systembrille"?

Die Frage ist recht einfach zu beantworten. Als Schwedenbrille sind zwei Kunststoffschalen, die durch einen flexiblen Nasensteg verbunden sind, bekannt. Das ganze hat einen Riesenvorteil: Schwedenbrillen sind sehr günstig, kosten nur wenige Euro. Der Druck auf das Umfeld des Auges ist allerdings relativ hoch. Reine Schwimmer haben sich daran meist gewöhnt, oder empfinden es schon als störend aber eben als "standesgemäß". Eine Alternative stellen hier vielleicht Tyr-Schwedenbrillen, oder ähnliche Brillen, dar, die einen etwas weicheren Rand besitzen.
Wer damit nicht klarkommt, der muß in der Regel zwischen 10-20€ Euro anlegen und bekommt dafür meist auf Unterwassersicht optimierte Gläser, weiche Silikonkopfbänder und Dichtlippen und ärgert sich dann mehr als Schwedenbrillenbesitzer, wenn die Brille kaputt- oder verlorengeht.

Welche Brillentönung?

Klare Brillen sind für die Schwimmhalle oder bewölkte Bedingungen im Freiwasser gedacht. Blaue Tönungen für die beleuchtete Schwimmhalle. Braune/Graue/Schwarze Tönungen sind für das Freibad gedacht und für sonnige Bedingungen im Freiwasser unabdingbar. Nicht nur, weil man durch die Sonnenblendung die Orientierung verliert, sondern weil bei längeren Freiwasseraufenthalten die Netzhaut durch an der Wasseroberfläche reflektierte Sonnenstrahlung schnell geschädigt werden kann.
Wer also eine Brille für sonnige Tage, im Wettkampf, am Strand oder im Freibad sucht, sollte sich unbedinbgt eine getönte Brille zulegen. Verspiegelte Brillen erfüllen in der Regel denselben Zweck, werden aber eher aus Modegründen eingesetzt.
Da ich im Sommer öfter mal im Freibad schwimme und unsere Vereinsschwimmhalle perfekt mit Scheinwerfern ausgeleuchtet ist, schwimme ich persönlich eigentlich immer eine getönte Brille. Man muß sich also nicht unbedingt mehrere Brillen zulegen.


Im Test: Aquasphere Kaiman, Aquasphere Mako, Zoggs Predator

Aquasphere Kaiman

Die Kaiman zeichnet sich durch eine hervorragende Paßform uns sehr gute Unterwassersicht aus. Die weichen Dichtlippen schließen sehr gut und das ohne den geringsten Druck auszuüben.
Das Kopfband ist ebenfalls weich sowie schnell und einfach verstellbar.
Nicht umsonst ist die Kaiman nach der klassischen Schwedenbrille so ziemlich die verbreiteste Schwimmbrille.
Allerdings wird oft von Problemen mit der Dichtigkeit berichtet. Viele Schwimmer bemerken, daß sich ihr Modell dauerhaft abnutzt und undicht wird. Auch bei meiner Brille kam es des Öfteren zu "Wassereinbruch". Und das Flimmern des Wassers in der Kammer vor dem Auge stört enorm. Ich zumindest kann mich dann nicht mehr auf meinen Zug konzentrieren. Meiner Beobachtung nach drang allerdings immer Wasser ein, wenn meine Kopfhaltung nicht stimmte. Gerader Blick Richtung Boden und das Problem war hinfällig. Meist gab es dann für den Rest des Trainings keine Probleme mehr. Von einem dauerhaften Problem mit der Dichtigkeit weiß ich indes nichts zu berichten.
Der Beschlagschutz der Brille erfüllt seinen Zweck, war allerdings nach wenigen Wochen bereits abgenutzt, so daß eine Auffrischung notwendig wurde.
Ein zusätzlicher Pluspunkt der Kaiman: Die Verpackung eignet sich perfekt zur Aufbewahrung und Transport der Brille und ist genauso stabil wie eine sonst seperatat zu erwerbende Brillenbox.


AquaSphere Mako

Die Mako ist die "kleine" Version der Kaiman. Etwas simpler konstruiert, ist sie auch für all diejenigen geeignet, denen eine Kaiman als Trainingsbrille zu teuer ist. Das Kopfband ist identisch zur Kaiman, die Dichtlippen sind etwas härter als bei der "Großen", die Paßform ist subjektiv etwas schmaler.
Insofern vielleicht eine gute Alternative für Schwimmer, denen die Kaiman zu weit, die Kaiman Junior zu schmal ist.
Die Verpackung der Mako ist deutlich simpler gestaltet als bei der Kaiman. Statt einer aufklappbaren Brillenbox wird die Mako aber immerhin in einer stabilen, zweiteiligen Plastikbox geliefert. Zur Aufbewahrung sicherlich ok, im Bad kann es ein wenig nervig werden, mit zwei Teilen und der Brille zu "jonglieren."


Zoggs Predator

Mein Testfavorit. Die wird bei mir nur noch benutzt. Eigentlich empfinde ich sie als Trainingsbrille zu teuer, mit immerhin 24€ liegt die Brille deutlich im Wettkampfsegment.
Mein Testmodell hat mich jedoch restlos überzeugt.
Die Unterwassersicht ist noch besser als bei der Kaiman, da die Dichtlippen noch angenehmer aufliegen. Die Druckverteilung ist so angenehm, daß man nach kurzer Zeit kaum noch wahrnimmt eine Schwimmbrille trägt. Tatsächlich ist es mir bereits passiert, daß ich aus Versehen ohne Brille losgeschwommen bin, nachdem ich sie kurz am Beckenrand habe liegenlassen. ;-)
Trotz des angenehmen Tragegefühls, die Predator hält dicht. Auch der Beschlagschutz hielt viel länger als bei der Kaiman.
Die einzigen "Wassereinbrüche" hatte ich bisher zu beklagen, wenn die Brille aufgrund der Schwimmkappe mal nicht richig saß.
Seit fast einem Jahr schwimme ich die Brille nun schon 2-3 Mal pro Woche im Training, gehe nicht gerade pfleglich mit ihr um ( erst zweimal wirklich gründlich mit klarem Wasser ausgespühlt ) und die Brille tut noch ihren Dienst.
Für mich klar der Testsieger, der die recht hohe Investionen rechtfertigt, es sei denn man kommt mit der klassichen Schwedenbrille besser klar.
Ein Nachteil der Predator: Die Verpackung ist sehr simpel, besteht nur aus einer Pappmaske und einer dünnen Kunststoffschale und ist kaum als Brillenaufbewahrung zu nutzen, geschweige denn zum Transport. Schade eigentlich, bei dem recht hohen Preis wäre das eigentlich eine Selbstverständlichkeit.



Das war es schon mit dem kurzen Test. Auch wenn drei Modelle nicht gerade viel sind, so hoffe ich doch, daß der Test vielleicht ein wenig weiterhilft. Immerhin sind die drei Modelle recht verbreitet. Wer sich einfach noch nicht sicher ist und die Ausgabe scheut, dem kann ich nur einmal nahe legen im nächsten Fachgeschäft nachzufragen, ob eine Testbrille entliehen werden kann!

Die Brillen in diesem Test wurden freundlicherweise von der Firma Active Runningcenter Bonn zur Verfügung gestellt.


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