Kennedybrücke: Wayne wundert's und die Stadt Bonn offensichtlich auch

09 04 2011
So, er ist da. Gewissermaßen mit Ankündigung. Nein, nicht der Frühling, der erste Unfall mit Personenschaden an der Vorlandbrücke zur Kennedybrücke. Und zwar genau dort, wo alle Kritiker davor gewarnt haben: In Höhe der "Engstelle" Brückenforum.

Sowohl der General-Anzeiger Bonn als auch der Express berichteten darüber.

Bereits im Vorfeld sorgte die Planung für Kopfschütteln. Die Regelbreiten der Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA), dem Stand der Technik, werden auf der gesamten Brücke aus Kostengründen unterschritten - mit Genehmigung der Bezirksregierung. Wenn ich es richtig im Kopf habe, dürfte die lichte Breite 2,10m betragen. Bei einer Regelbreite von 2,5m. Was im Bereich der Brücke gerade so verkehrssicher erscheint, die Brücke aber wenig zukunftsfähig erscheinen läßt - zwei Radfahrer mit Anhänger können sich im Gegenverkehr nur mit Schrittgeschwindigkeit passieren - wird im Bereich der Vorlandbrücke in Beuel richtig gefährlich.

Denn hier gibt es ein deutliches Gefälle. Und dazu sagen die ERA:

Größere Breiten als die genannten Richtwerte ( Anm.: 2,50m ) können erforderlich werden


  • im Verlauf von wichtigen Hauptverbindungen des Radverkehrs,

  • bei vorhandenen oder zukünftig zu erwartenden höheren Radverkehrsbelastungen, wie sie in
    traditionellen Radfahrerstädten der Fall sind,

  • bei häufiger auftretenden Belastungsspitzen (Radfahrerpulks),

  • bei hoher Nutzungsintensität im Seitenraum,

  • bei starkem Gefälle.



Alleine schon wegen der Gefällstrecke hätten die 2,50m hier nicht unterschritten werden dürfen

Was tatsächlich realisiert wurde, habe ich noch nicht genau nachgemessen. Aber der Platz ist so verdammt eng, dass die 2m Mindestanforderung der Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung wahrscheinlich sogar unterschritten werden. Was aber noch viel schwerer wiegt: Es gibt außer einem minimalen Sicherheitstrennstreifen zur Fahrbahn gar keinen Aufstellraum für Fußgänger, die den Radweg überschreiten wollen. Geschweige denn Raum für die Güter von Lieferanten, die in der Ladezone anliefern. Wozu das führt, sieht man auf dem Bild des Express. Wenig verwunderlich weicht eine Radfahrerin schon ordnungswidrig auf den Gehweg aus. Bis zum nächsten Unfall mit einem Fußgänger ist es wohl nicht mehr weit.

Wirklich grandios ist aber die Sofortmaßnahme der Straßenverkehrsbehörde. Einfärbung der Radwegs in rot, um die Radfahrer vor Fußgängern zu warnen. In Radfahrerkreisen auch "Blutspur" genannt, da diese Markierungen an Stellen ausgeführt werden, wo es bereits schwere Unfälle gab. Außerdem bildet die aufgebrachte Farbe bei Nässe einen verdammt rutschigen Untergrund. Genau die richtige Maßnahme also an einer Gefällstrecke, bei der einem plötzlich ein Fußgänger vor das Rad hüpfen kann. :rolleyes:


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23 06 2011
Kennedybrücke: Wayne wundert's und die Stadt Bonn offensichtlich auch (02)
Mittlerweile ist die Rad weg! Führung auf der Kennedybrücke ja in aller Munde. In meinem letzten Post zum Thema habe ich ja bereits über die beengten Verhältnisse vor dem Brückenforum berichtet. Vorgestern war ich dann mal mit Bandmaß vor Ort. Während
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Aufgenommen: Jun 23, 00:48

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