Kurz-Duathlon Voerde

03 10 2004

6:20, der Wecker klingelt nach einer viel zu kurzen Nacht, so begann der heutige Sonntag für mich...

duschen, frühstücken, Rad und Laufsachen ins Auto laden, Schwesterchen als Supporter rein und ab nach Voerde am Niederrhein.
Eigentlich bin ich viel zu müde, muß das denn auch so früh sein? Naja, wenigstens sind die Autobahnen frei und um viertel vor neun bin ich an der Startzone. Absolut nicht zu spät, die Triminators sind auch noch ein wenig verschlafen und beginnen mit dem Aufbau.
Für den zur MHK Wechselzone umfunktionierten Fahrradkäfig fehlt der Schlüssel, also beschließe ich mich in aller Ruhe umzuziehen. Danach ist die Wechselzone dann auch "eröffnet" und die Zeit bis zur Wettkampfbesprechung geht gut mit einem sorgfältigem Check des Rads rum. Während ich so am Rad schraube, kommt auch langsam die Sonne raus, die sich bis dahin noch ein wenig hinter Wolken versteckte. Im Sonnenschein wird es schön warm und ich schöpfe Hoffnung doch nich auf dem Rad erfrieren zu müssen. ;-)
10:30, der Start wird pünktlich freigegeben. Für mich gilt es zunächst vier Laufrunden à 2,5km hinter mich zu bringen. Die Laufstrecke führt um das Schulzentrum herum, das als Veranstaltungsort dient, und bietet kurze Wohngebiet/Park/Wald Abschnitte. Für den ersten Lauf hatte ich mir 41-42 Minuten vorgenommen, bei dem Wetter ohne Probleme unter 38 Minuten zu erledigen, aber bei meinem ersten Duathlon wollte ich mir die Kraft gut einteilen, im zweiten Lauf kann man ja immernoch aufdrehen.
Nach gut 42 Minuten erreiche ich die Wechselzone, komme für meine Ansprüche auch gut weg, allerdings ist der Weg von der MHK Wechselzone bis zum Aufsitzpunkt schon recht lang, wenn man auf den Look-Platten watscheln muß. Ich komme aber doch viel schneller voran, als ich das dachte und vor allen Dingen beherrschen nur wenige Starter das Wechseln mit eingeklinkten Schuhen. Also falle ich garnicht so negativ auf. Mit meinen engen Drei-Klett-Verschluß Trainingsschuhen ist der schnelle Wechsel leider nicht drin, aber es ging weitaus besser, als ich mir das vorgestellt habe. Bis auf einen Schönheitsfehler: Am Aufsitzpunkt rutsche ich dreimal mit der rechten Platte durch's Pedal, das passiert mir vielleicht 1-2 Mal im Jahr und ausgerechnet jetzt, naja, kostet halt 10 Sekunden mehr. Der Teilnehmer neben mir hat leider viel mehr Pech. Ich sehe wie er aufspringt, antritt, dann jedoch stehen bleibt und wieder absteigt. Ich dachte zuerst, ihm sei die Kette abgesprungen. Ich seh jetzt aber auch zu, im schnellen Wiegetritt an Fahrt zu gewinnen und krieg deshalb nichts mehr mit. Wie meine Schwester später berichtete, hatte er einen Platten. Und das direkt nach dem Wechsel, sowas wünsche ich wirklich keinem.
Das Radfahren wirkt nach dem Lauf jetzt richtig befreiend, auch wenn für mich jetzt erstmal Arbeit angesagt ist. Ich habe keinen Teilnehmer vor mir und will den Anschluß zur nächsten Radgruppe nicht verlieren. Nachdem es auf Landstraßen erstmal raus aus Voerde geht, komme ich schnell mit 40km/h voran und habe bald eine Gruppe vor mir. Hier hab ich noch Glück mit dem Wind, also beschließe ich jetzt viel Energie beim Überholen zu verpulvern. Die Gruppe vor mir fährt mindestens einen 34'er Schnitt, da muß ich schon die 40km/h halten. Sollte aber die richtige Entscheidung sein. Erstmal raus aus Voerde wird der Wind irgendwann gemein. Plötzlich hab ich nur noch einen 32'er Schnitt.
Aufgrund meines Trainingsgebietes Siegengebirge/vorderer Westerwald bin ich natürlich eher hügeliges Terrain gewöhnt und hatte mir hier im Flachen wenigstens einen 34'er Schnitt vorgenommen ( vom Wind am Niederrhein hatte ich gehört ). Wo die Straße ohne Windschutz am Rhein entlang führt, falle ich aber teilweise unter 30 und gehe sogar vom großen Blatt runter.
Naja, es läuft bei mit trotzdem besser als bei vielen anderen. Dennoch, bei der Arbeit im Wind wünsche ich mir wirklich einen Aero-Lenker.
So geht die Radstrecke dann rum, zwischendurch bekomme ich langsam Hunger und nach 45 Minuten auf dem Rad lutsche ich dann mal mein Energie-Gel leer. Das Wetter ist super, es ist nur wenig kühl, sehr gut auszuhalten. Meine Windweste konnte ich locker in der Wechselzone liegen lassen. Und mit einer kleinen roten Startnummer auf dem Rücken wird man auch nicht von der Straße gehupt, sowas sollte ich im Training auch tragen! ;-)
Auf dem Rückweg zur Wechselzone versuche ich noch den 34'er Schnitt zu packen, 33 werden es aber leider nur.
Runter vom Rad, zur Wechselzone gewatschelt und ab auf die letzten zwei 2,5km Runden. Das Laufen fällt zwar schwer, geht aber. Der Puls ist vom hochfrequenten Fahren recht hoch, ich laß es ein wenig langsamer zugehen. Es besteht eh keine Gefahr überholt zu werden. Eingangs der zweiten Runde ist der Puls vollkommen in Ordnung, ich gebe Gas und überhole eine Menge Leute auf der Laufstrecke. Im abschließendem Lauf kommen viele jetzt nur noch langsam voran. Bei mir zieht es, dennoch geht es Schritt für Schritt besser und es ist ja nicht mehr weit.
In 2:10:53,62 bin ich im Ziel. Unter den 2:15 die ich mir als Limit gesetzt hatte. Ich bin sehr zufrieden und glücklich mit meinem ersten Duathlon. Das hat arg viel Spaß gemacht und ich hab mir den Wettkampf gut eingeteilt. Den ersten Lauf hätte ich zwar locker mit 39 Minuten angehen können, aber für die Premiere völlig ok. Da ich einigermaßen weit vorne gelandet bin, rechne ich mir einen 5.-7. Platz in der MHK aus. Immerhin standen in der Wechselzone fast ausschließlich ordentliche Triathlonmaschinen.
Nach dem Duschen packe ich mein Rad ins Auto und bin rechtzeitig zum Beginn der Siegerehrungen zurück. Leider hängt bisher nur die Ergebnisliste des Volksduathlons. Um so erstaunter bin ich, als ich zur Siegerehrung in der MHK auf den 3. Platz gerufen werde. 21. Gesamtplatz. Das nenne ich eine gelungene Premiere.
Fairerweise muß ich sagen, daß niemand von den SSF Bonn Startern da war, die angedroht hatten, zu erscheinen, sonst hätte ich auf dem Rad nicht so viele Plätze gutmachen können. Aber dennoch, die anderen Starter waren ja auch nicht schlecht und so freue ich mich über das mir überreichte Glas Honig. ;-)
Mal schaun, ob ich nächstes Jahr zum Triathlon zurück bin.

Zur Veranstaltung:
Laufrunde abgekreidet, jede Menge Ordner. Die Radstrecke war zwar nicht für den Verkehr gesperrt, aber gut durch Posten und Polizei gesichert, das lief reibungslos. Es gab Bananen und ein ( ausnahmsweise mal nicht zu süßes ) Elektrolyt-Getränk. Ausreichend warme Duschen waren auch vorhanden. Triminators, i'll be back! ;-)


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