Testbericht Saucony Tangent

07 04 2006
Dank meines neuen "Analog PDA" bin ich unterwegs endlich mal wieder dazu gekommen einen Testbericht zu verfassen.
Und weil der Test des Swerve der meistgelesene Beitrag meines Blogs ist, hier der Test des Nachfolgers:

Mittlerweile hat der Saucony Tangent im Saucony Sortiment den Swerve ersetzt. Wer den Vorgänger Swerve nicht kennt, der sollte den vorherigen Testbericht vielleicht einmal lesen, denn das Segment ist gleichgeblieben.
Kurz zusammengefaßt zeichnet sich der Tangent durch eine schmalere Paßform im Mittelfußbereich und Spann, sowie eine etwas höhere mediale Stabilität aus.


Segment

Der Tangent wird in der Regel als Lightweighttrainer angeboten, liegt aber aufgrund seines Gewichts und der eher komfortablen Rückfußdämpfung am oberen Ende der Skala. Vom Gewicht her vergleichbar mit einem Asics Trainer ist der Tangent als sehr leichter Langstreckentrainer und Marathon Wettkampfschuh zu sehen.


Dämpfung

Wie bereits erwähnt fällt die Rückfußdämpfung des Tangent recht komfortabel aus. Das kommt bei langen Läufen zugute, wenn man durch Ermüdung mehr zum Rückfußlaufen neigt oder eh Rückfußbetont läuft.
Bedingt durch dieses Plus an Dämpfung ist die Bauhöhe für einen Lightweight-Trainer hoch. Richtig flach ist der Tangent zumindest nicht und für harte Tempoläufe lassen sich bodennahere Lightweight-Trainer finden.
Die Vorfuß-Dämpfung paßt wieder viel besser ins Segment. Sie ist recht straff und vermittelt ein gutes Bodengefühl. Subjektiv ist sie sogar direkter als beim Swerve. Das liegt mitunter auch an der neuen Gummimischung "b/cR", die unter dem Vorfuß für ein sichers Gefühl in der Lande. und eine gute Kraftübertragung in der Abdruckphase sorgt.
Wie beim Swerve fühlt sich der Tangent also nach "zweigeteiltem" Schuh an. Vorne Lightweigt-Trainer, hinten normaler Trainingsschuh. Die Rückfußdämpfung ist wie beim Swerve mit dem Saucony Jazz X vergleichbar.
Insgesamt dadurch nicht der bodennaheste und leichteste Schuh, aber immernoch dynamisch, wenn es mal schnell wird.


Stabilität

Der Tangent besitzt eine für einen Lightweight-Trainer ausgeprägte, wenn auch sehr unauffälige Pronationsstütze. Diese läuft bis auf Höhe der Mittelfußbrücke, ist also leider nicht streng auf den Rückfuß begrenzt. Für mich etwas unverständlich, denn die Mittelfußbrücke selbst bietet schon einiges an medialer Stabilität.
Dadurch ist die Torsionsfähigkeit auch ein wenig eingeschränkt, insgesamt torquiert der Schuh aber doch noch ausreichend für einen Leichttrainer.
Die Kombination aus Pronationsstütze und Mittelfußbrücke läßt den Schuh ausreichend stabil für leichte Überpronierer mit reinem Rückfußaufsatz erscheinen. Der Schuh macht einen stabileren Eindruck als der Asics Trainer und mit Ausnahme des Brooks Axiom ist mir zur Zeit im Leichttrainer-Segment auch kein stabilerer Schuh bekannt.
Hier liegt subjektiv mein größer Kritikpunkt: Meines Erachtens nach ist das Modell bereits zu stabil, spürbar fester als der Swerve LS.
Sowohl Rückfußdämpfung als auch Stabilität lassen ihn damit zwar als schnellen Schuh auch für etwas schwerere Überpronierer zu, Vorfüßler geraten aber an die Grenze der Unlaufbarkeit.
Hier sollte man vielleicht einmal nachdenken dieses Modell und evtl. Nachfolger ins CRM System aufzunehmen, oder wenigstens in Kleinserie als neutrale Version, so wie beim Swerve Italy geschehen, zu produzieren.
Auch wenn ich nicht generell der Meinung bin, daß gestütze Schuhe für Vorfußläufer ungeeignet sind - solange die Stütze streng auf den Rückfuß konzentriert ist, geht es meiner Meinung nach in Ordnung, schließlich gibt der Markt kaum etwas anderes her - so muß man beim Tangent schon vorsichtig sein. Sollten Beschwerden auftreten dann lieber nicht zögern und den Schuh erstmal stehenlassen!
Supinierern ist trotz der ausgezeichneten Paßform völlig abzuraten.


Paßform

Bei der Paßform punktet der Tangent, hier ist im Vergleich zum Swerve nochmals riesig verbessert worden. Hinten normal weit geschnitten und auch vorne in der Zehenbox angenehm weit wie sein Vorgänger, ist er in der Mitte eng anliegend wie eine Socke.
Die Verbesserung der Paßform in dem Bereich ist noch besser ausgefallen, als ich mir das beim Schreiben meiner Anmerkung zur Swerve-Paßform vorstellen konnte.
Um Mißverständnissen vorzubeugen: Das Obermaterial engt den Fuß nicht ein, durch das Schnürsystem liegt es aber dicht an. Das Ganze macht einen sehr guten EIndruck.
Meinen Tangent habe ich zusätzlich noch mit dem Yankz! Schnürsystem ausgestattet. Nicht weil ich den Schuh schnell wechseln will, sondern weil er so immer optimal sitzt. Außerdem paßt es sehr zu der Optik und es hat Vorteile, wenn auf langen Läufen der Fuß anschwellen sollte.
Und durch das schnelle An- und Ausziehen ist er mein Lieblingsschuh geworden, wenn ich nach dem Schwimmen noch eine Laufrunde drehen will.
Beim Anprobieren sollte allerdings darauf geachtet werden, ob irgendetwas drückt! Bei meinem Paar befand sich an der Zunge ein Wulst aus überstehenden Kleberesten, der schmerzhaft auf den Spann drückte. Mit einem Messer kurzerhand entfernt, war das Problem dann auch sofort behoben.


Gesamteindruck

Wie eingangs erwähnt halte ich den Tangent wie den Swerve für sehr gute, leichte Langstreckentrainer und Marathonwettkampfschuhe. Zumindest für Läufer, die nicht deutlich unter 3 Stunden auf dieser Distanz liegen oder aber das Plus an Dämpfung benötigen.
Der Schuh ist flacher als typische Trainingsschuhe, wirkt recht dynamisch und scheint durch die verbesserte Paßform und das gute Vorfußgefühl noch besser als Wettkampfschuh geeignet als der Swerve.
Wirkliche Leichttrainer gibt es zwar noch leichter, hier liegt der Tangent ebenso wie der Swerve oder der Asics Trainer am oberen Ende der Skala, aber für sein Segment ein gelungener Schuh.
Einzig die Pronationsstütze läßt mich etwas negativ urteilen. Hier wäre das Saucony CRM System mit einer neutralen Variante angeraten, denn so ist der Schuh für Vorfußläufer zumindest schon problematisch.


Trackbacks


Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: (Linear | Verschachtelt)
Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben


Umschließende Sterne heben ein Wort hervor (*wort*), per _wort_ kann ein Wort unterstrichen werden.
Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.
Um einen Kommentar hinterlassen zu können, erhalten Sie nach dem Kommentieren eine E-Mail mit Aktivierungslink an ihre angegebene Adresse.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA



Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!